ZIP Heilpraktikerschule: 20 Jahre Jubiläum
Nachdem ich bereits einige Jahre an verschiedenen Heilpraktikerschulen unterrichtete, wagte ich mich im Jahre 2006 meine eigene Ausbildung anzubieten. Zusammen mit einer Kollegin erarbeitete ich das Grundkonzept der Ausbildung in Integrativer Psychotherapie. Endlich konnte ich meine eigenen Vorstellungen von Aufbau, Inhalt und Struktur umsetzen. Ich hatte bereits viel Erfahrung als Dozentin gesammelt und wusste, was ich aus meiner Sicht besser machen konnte, als in dem mir von anderen Schulen vorgegebenen Wirkungsfeld. Die ZIP Heilpraktikerschule wurde geboren. Das Zentrum für Integrative Psychotherapie.Es gab ein Konzept, einen einfachen Flyer und einen verfügbaren Gruppenraum. Diesen Flyer entdeckte ein junger Mann und meldete sich an. Und vier seiner Freunde auch. Wow, das war ein Erlebnis. Mit drei Frauen und zwei Männern als Teilnehmer startete ich, ließ die Möglichkeit eines weiteren Einstieges offen und bald darauf waren es 12 Teilnehmer. Damit war die erste Ausbildung voll. Seitdem ist jede Ausbildung komplett ausgebucht. 2027 beginnt die 20. Ausbildung in Integrativer Psychotherapie.
Neben der Ausbildung arbeitete ich sehr viel in der Praxis mit Einzelsitzungen. Zusätzlich bot ich verschiedene Seminare, Aufstellungen, Schwitzhütten, Retreats und Workshops an. Ergänzende Ausbildungen in Aufstellungsarbeit, Klientenzentrierter Gesprächsführung und der Körperpsychotherapie folgten. In der Regel waren meine Angebote ausgebucht oder zumindest sehr gut gefüllt.
2016 wurden die Sternenschwester Seminarreisen geboren. Nach einer privaten Schottlandreise hatte ich die Idee, meine Leidenschaft zu reisen mit der therapeutischen Selbsterfahrung in der Natur zu verbinden. Ich fragte meine damalige Ausbildungsgruppe, ob sie meinten, dass daran jemand Interesse haben könnte, und schwupps meldeten sich 5 Frauen aus der Gruppe an. Zwei weitere kamen dazu, und die erste Sternenschwester-Reise nach Schottland im März 2016 fand statt. Es war ein voller Erfolg. So meldete ich ein Reisegewerbe an und erweiterte mein Angebot. Es gab jährliche Frauenreisen nach Schottland, Irland, Island, Gomera, Istrien und in die Dolomiten. Kaum hatte ich die Reisen auf der Webseite, waren sie, ein paar Wochen später, ausgebucht. In Island und auf Gomera hatte ich oft zwei, drei Gruppen hintereinander. Dann kam die Pandemie und machte alles zunichte. Wegen zu hoher Versicherungskosten meldete ich mein Reisegewerbe ab. Seitdem biete ich noch jährlich ein Selbsterfahrungsseminar auf Island an.
Meine Arbeit war mein Leben. Oft arbeitete ich vier Wochenenden im Monat und unter der Woche hielt ich die Einzelsitzungen. Bis mein Körper mir dann irgendwann aufzeigte, dass es zu viel war. Da wusste ich, dass ich etwas ändern musste. Dass ich krank würde, wenn ich in dem gewohnten Pensum weiterarbeite. Es war ein ziemlicher Prozess loszulassen und auch durch meine Ängste hindurchzugehen. Ich war immer selbstständig und finanziell nur auf mich selbst angewiesen. Ich fragte mich: Wie geht es, gewohnte Seminare einfach nicht mehr zu machen, vor allem wenn die Menschen danach fragen? Kommen die Klienten noch, wenn ich vier Wochen Urlaub mache? Kann ich meinen Lebensunterhalt noch finanzieren, wenn ich weniger arbeite? Mit viel Mut traute ich mich den Weg des Reduzierens zu gehen und entdeckte: alle meine Befürchtungen waren umsonst. Manche Klienten bedankten sich sogar dafür, dass ich ihnen etwas vorlebe, was sie sich selbst nicht trauten.
Ich erfuhr in dieser Zeit über mich selbst, wie identifiziert ich mit meiner Berufung war, so als hätte ich gar keine Daseinsberechtigung ohne zu arbeiten.
Als Kind lernte ich von meinen Großeltern, bei denen ich aufwuchs, dass das Leben aus drei wichtigen Dingen besteht: Arbeiten, Essen, Schlafen. Ich lernte, dass es keine eigene Identität und keine Selbstansprüche gibt. Ich lernte, dass man auf der Welt ist um anderen zu dienen. Dies war wahrlich ein großer Segen für mich, doch es war auch ein Segen ohne Grenzen.
Um meine Situation zu ändern, musste ich nun lernen besser Nein zu sagen, mich selbst mehr wahrzunehmen und auch für mich und meinen Körper besser zu sorgen. Ich entdeckte wieviel Zeit ich für mich allein brauche, um nur mich selbst zu spüren und niemanden anderen. Viele Wochen bin ich allein gereist, am liebsten irgendwo ins Nirgendwo, mittenrein in die Natur, um nur bei mir und meinem eigenen Atem zu sein.
Mittlerweile habe ich eine gute Mitte gefunden, mache drei Monate Sommerpause und zwei Monate Winterpause. Nach den Pausen freue ich mich wieder darauf zu arbeiten. Und wenn ich arbeite, freue ich mich wieder auf meine nächste Pause. Das ist eine Möglichkeit, mir ständige Freude zu erschaffen und meine Berufung immer noch gerne zu leben.
Interessant finde ich die berufliche Erfahrung, wie leicht es ist Erfolg aufzubauen, wenn man daran glaubt und dafür geht. Dass es dann aber auch wichtig ist den Erfolg gut zu halten, dabeizubleiben. Und dass es eine Notwendigkeit gibt, einen richtigen Zeitpunkt, um den Erfolg auch langsam wieder loszulassen.
So blicke ich zurück auf 20 erfolgreiche Jahre und danke der Schöpfung für diese Möglichkeit. Ich danke all den unzählig vielen Menschen, die mir ihr Vertrauen schenkten und die ich ein Stück ihres Weges begleiten durfte und immer noch darf. Danke. Danke. Danke.
veröffentlicht am 28.01.2026 · alle News-Meldungen anzeigen
